blogage.de > m_m_marius > meine welt
  Anmelden | Login

Wiedergutmachung!

- 09.12.2010



Der Direktor rief meine Mutter an, dass sie mich abholen sollte und ich bekam einen Tadel. Zu Hause angekommen erzählte ich meiner Mutter die ganze Geschichte. Sie war mir zum Glück überhaupt nicht böse, weil sie Mitleid mit mir hatte. Wenigstens einer hatte mal Mitleid mit mir. Ich war ja davon ausgegangen, mir jetzt eine Standpauke anhören zu müssen und dann für den Rest des Tages in mein Zimmer geschickt zu werden. Stattdessen bereitete meine Mutter mir ein sehr leckeres Mittagessen und danach durfte ich zwei große Stücke von der guten Schokoladentorte essen. Danach ging es mir schon viel besser.


Ich wunderte mich das erste Mal auf dem Weg in die Pause als alle Leute, die hinter mir gingen, tuschelten und lachten. Irgendwann ging ich  auf die Toilette, um mich von allen Seiten im Spiegel zu betrachten. Ich würde den Grund für das Gekicher schon noch finden. Tatsächlich fand ich ihn sofort. Auf meiner Jacke klebte ein großer Aufkleber auf dem „fettes dummes Kind“ stand. Vincent hatte mir also nur auf die Schulter geklopft, um den Aufkleber darauf zu kleben. Ich wurde sehr wütend, riss den Aufkleber von der Jacke und stürmte aus dem Klo. Ich stürzte mich auf den ahnungslosen Vincent und riss ihn mit meinen stattlichen achtzig Kilogramm zu Boden. Ich war in Rage und stopfte ihm den zerknüllten Aufkleber in seinen ekligen Mund, bis er husten und spucken musste. Als die Pausenaufsicht angerannt kam war von dem Aufkleber nur noch ein nasser Klumpen übrig. Mit aller Mühe rissen mich zwei Lehrer vom heulenden Vincent. Ich freute mich, dass er heulte. Das hatte er verdient für die Sache mit dem Aufkleber. Natürlich wurde ich wieder einmal zum Direktor geschickt und der interessierte sich überhaupt nicht für den gemeinen Aufkleber, sondern nur dafür, dass ich Vincent ordentlich verhauen hatte.

Sehr sonderbar!

- 01.12.2010



Letzten Mittwoch als ich in die Schule kam, waren die, die mich sonst ärgerten auf einmal sehr nett zu mir und ich konnte mir beim besten Willen nicht erklären warum. Sonst hatten sie doch immer den größten Spaß daran, mich zu ärgern und zu schikanieren. Sie sagten, dass sie das doch alles immer nicht so ernst meinten und dass sie eigentlichen der Meinung wären, ich sei ein cooler Typ. Dumm wie ich war, glaubte ich es und freute mich dümmlich grinsend. Ich wurde auch nicht misstrauisch als Vincent, der Gemeinste von allen, mir freundschaftlich auf die Schulter klopfte und nicht einmal etwas dazu sagte, dass mein Arm daraufhin noch mehrere Sekunden nachschwabbelte. Ich war einfach so glücklich, dass sie mich auf einmal akzeptierten, obwohl ich bei keiner Schulpsychologin oder Beraterin gewesen war und sogar nicht mal bei irgendeinem Lehrer gepetzt hatte. Das sollte ich allerdings schon bald noch bitter bereuen.


Meine Mitschüler sind richtig gemein, weil sie mich immer ärgern und hänseln und alles nur, weil ich ein bisschen dicker bin und eine Brille und eine Zahnspange tragen muss. Wenn ich in der Frühstückspause meine vier Nutellabrötchen esse, sagen sie immer, ich bräuchte mich gar nicht wundern, dass ich so fett bin. Dabei ist das doch eine ganz normale Portion für einen Snack zwischendurch. Das isst doch jeder. Manchmal nehmen sie mir auch meine Brille weg und dann sehe ich fast nichts mehr, weil ich sehr kurzsichtig bin. Während ich dann diejenigen jage, die sich im Besitz meiner Sehhilfe befinden, klauen mir die anderen meine Stifte aus dem Federmäppchen und malen damit obszöne Strichzeichnungen in meine Schulhefte. Manchmal schnappte ich mir eines der blöden Kinder und verprügelte es. Danach musste ich dann aber immer zum strengen Direktor und der ruft meine Eltern an und dann gibt es Ärger zu Hause.

Seiten:1